AlbertaXodo-psicologa_smallDie therapeutische Erziehung oder Erziehung zur „Selbstkontrolle“ des Asthmas hilft dem asthmakranken Kind und seiner Familie, die Krankheit besser zu verstehen, sich um seinen Gesundheitszustand zu kümmern und die Lebensqualität aufrechtzuerhalten und zu verbessern.

Das Erziehungsprogramm ist wesentlicher Bestandteil des Misurina Modells zur Behandlung asthmakranker Kinder und Jugendlicher. Frau Dr. Alberta Xodo, Psychologin und Psychotherapeutin des Kurheims „Pio XII.“ erklärt genau, was das Erziehungsprogramm des Kurheims „Pio XII.“ ist, das aus einem gemeinsamen Teil und einem je nach Bedürfnissen des zutreffenden Patienten personalisierten Teil besteht.

Im Rahmen seines Erziehungsprogramms hat das Kurheim „Pio XII.“ Onlus  kurze, „maßgeschneiderte“ Kurse eingerichtet, die es den asthmakranken Kindern und ihren Familien ermöglichen, die Art und Weise des Umgangs mit der Krankheit und der Einnahme der verordneten Therapien zu verbessern, Atmungsrehabilitationstechniken zu erlernen und eine spezialisierte Diagnosestätte zur ausführlichen und exakten Erkennung der Krankheit zu nützen. Die für alle offen stehenden Kurse heißen „Campus for Breathe“ (wörtlich: Atmungscampus) und werden von ärztlichem und pflegerischem Personal des Kurheims gehalten, das insbesondere auf dem Gebiet der Erziehung zur Asthma-„Selbstkontrolle“ geschult ist.

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Entdecken Sie genau, was „Campus for Breathe“ ist

Welche Hauptziele hat das im Kurheim Pio XII. eingerichtete Erziehungsprogramm? 

Zweck des Misurina Erziehungsprogramms ist es:

  1. die Asthma-„Selbstkontrolle“ zu verbessern;
  2. eine strengere Einhaltung der ärztlichen Verordnungen (sogenannte therapeutische Compliance) zu erlangen.

Praktisch gesehen ist das Programm darauf ausgerichtet:

  • dem Kind und seiner Familie das Asthma besser bewusst zu machen;
  • dem Kind und seiner Familie zu helfen, Asthmaanfällen vorzubeugen, indem Situationen vermieden werden, die sie auslösen oder dazu beitragen könnten (Vorhandensein von Milben und anderen Allergenen in der Wohnung; Exposition gegenüber anderen Allergenen außerhalb der Wohnung; emotionale und mit Stress verbundene Aspekte, usw.);
  • den kleinen Patienten und sein Familie in die Lage zu versetzen, die Therapien und physiotherapeutischen Atmungsübungen richtig auszuführen;
  • dem Kind und seiner Familie die Symptome besser bewusst zu machen und beizubringen, diejenigen zu unterscheiden, die Anlass zur Beunruhigung geben und sachkundiger Hilfe bedürfen;
  • der ganzen Familie zu helfen, das Asthma in ihr Leben aufzunehmen, ohne dass es übermäßigen Stress verursacht und es dem Kind somit zu ermöglichen, ein normales Leben zu führen, auch sportliche Betätigungen auszuüben, sich in seiner Gruppe der Gleichgesellten (Freunde und Schulkameraden) zu integrieren und regelmäßig die Schule zu besuchen.

Für wen ist das Erziehungsprogramm gedacht?

Das Erziehungsprogramm des Kurheims „Pio XII.“ ist für die Eltern sowie die Kinder gedacht, die je nach Alter alleine an den Sitzungen teilnehmen können. Was hingegen die aufgenommenen, kleinen Patienten anbetrifft, stellt es eine fortwährende, insbesondere mehr auf den „Lebensstil“ als auf das Lehren von Theorien und Techniken fokussierte Erziehung dar. Die aufgenommenen Kinder und Jugendlichen wirken aktiv bei der Bewältigung ihrer Atembeschwerden mit und sind ständig an klinischen Untersuchungen und Überwachungen beteiligt.

Des Weiteren umfasst das Rehabilitationsprogramm im Kurheim „Pio XII.“ die Beteiligung der Patienten an ertüchtigenden und sportlichen (auch wettkämpferischen) Betätigungen, die zu einer Erhöhung der Lungen- und Atmungskapazität führen. Die aufgenommenen Jugendlichen tragen unter Berücksichtigung ihrer Interessen und Veranlagungen zur Festlegung dieses Rehabilitationsprogramms bei, das genauso wichtig wie die Einnahme der Arzneimittel ist.

In der Hochsaison arbeitet auch ein Musiklehrer mit dem Misurina Team zusammen, der auf Atmungsrehabilitation mit Blasinstrumenten (Saxofon) spezialisiert ist.

Welche Erziehungsstrategie?

Die Erziehungsstrategie des Kurheims „Pio XII.“ ist vornehmlich auf Erlebnisse gestützt. Zum Einsatz kommen hierzu:

  • 1Praktische Vorführungen
  • 2Rollenspiel
  • 3Zeichnungen
  • 4Trickfilme mit dazugehörigen Spielen

Ist die Erziehung wirklich hilfreich zur Verbesserung der Krankheitskontrolle?

Die nationale und internationale wissenschaftliche Literatur sowie die GINA Richtlinien bezeugen, dass die Erziehung ein grundlegendes Mittel ist, um dem Patienten und seiner Familie zu helfen.

Wie reagieren die Gäste in Misurina? Sind die Eltern oder die Kinder die besseren „Schüler“?

Das hängt sehr vom Alter ab. Die Kinder reagieren mit großer Neugier auf unsere Vorführungen, an denen auch die Eltern teilnehmen. Schwieriger ist es, die Jugendlichen „mitzureißen“, insbesondere wenn ein Elternteil anwesend ist; spricht man sie hingegen direkt „wie Erwachsene“ an, sind sie aufmerksamer und zeigen mehr Interesse. Diesen Unterschied haben wir auch festgestellt, wenn sie sich in der Gruppe befinden.

Die meisten Eltern sind begeistert von unserer Strategie: Zeit widmen, Zweifel anhören, beruhigen und gemeinsam passende Lösungen für den jeweiligen Fall finden ist wahrscheinlich der wichtigste … erfüllendste Teil jedes Erziehungsprogramms. Wir ermutigen die Eltern, sich uns im Falle irgendeiner Unsicherheit an uns zu wenden, damit wir sofort eingreifen und – eventuell durch Unaufmerksamkeit oder unbedachtes und nicht sachgerechtes Handeln bedingte – Fehler, die sich dann im Laufe der Zeit wiederholen, zu vermeiden.

Wird die Erziehung auch nach der Entlassung fortgesetzt?

Das vom Misurina Modell vorgesehene Betreuungsprogramm endet keinesfalls bei der Entlassung: Die Familien können uns jederzeit anrufen oder schreiben; die neuen Technologien geben uns die Möglichkeit, den Patienten im Bedarfsfall beizustehen und eine Art „Dauererziehung“ zu bieten. Kurz gesagt: Hier in Misurina sind wir weit entfernt von der Welt … aber nicht weltfremd!

Misurina_Casa salubre

 

Im Rahmen des Betreuungsprogramms wurde ein Führer für ein gesundes Zuhause verwirklicht, der von Zimmer zu Zimmer hilft, die am häufigsten vorkommenden problematischen Umstände, die zur Verschlechterung der Luft- und Raumqualität innerhalb und außerhalb der Wohnung beitragen können, zu erkennen und zu beurteilen.

 

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